Brauche ich wirklich einen Website-Relaunch?
- Brauche ich wirklich einen Website-Relaunch?
- 7 Anzeichen, dass deine Website nicht mehr zu dir passt
- Website Relaunch heißt nicht, alles neu zu machen
- Was bei einem Homepage Relaunch oft bleiben kann
- Was sich meist lohnt zu überarbeiten
- Vom kleinen Update bis zum Neubau: Vier Wege, deine Website neu auszurichten
- Relaunch oder Update? So findest du heraus, was deine Website braucht
- Was du jetzt tun kannst: Lies deine Startseite wie eine neue Kundin
- Häufige Fragen zum Website-Relaunch
Jemand fragt dich nach deiner Website. Du sagst „Klar, schick ich dir“, und schon beim Tippen des Links merkst du, dass du zögerst. Vielleicht schiebst du noch ein „Ist gerade nicht ganz aktuell“ hinterher. Oder du hoffst einfach, dass die Person nicht allzu genau hinschaut.
Wenn dir das bekannt vorkommt, geht es dir wie vielen Coaches, Inhaberinnen und Dienstleistern: Ihr Business hat sich weiterentwickelt, ihre Website nicht. Sie fühlen sich online nicht mehr richtig repräsentiert, wissen aber nicht, was daran eigentlich stimmt und was nicht.
Dieses Gefühl ist kein Perfektionismus und auch keine Undankbarkeit gegenüber der Website, die du einmal mit viel Mühe aufgebaut hast. Es ist ein Hinweis. Und er bedeutet nicht automatisch, dass du bei null anfangen musst.
Ein Website-Relaunch klingt für viele nach Großprojekt: alles raus, alles neu, monatelange Arbeit. Ob du es Website Relaunch, Webseiten-Relaunch oder Homepage-Relaunch nennst, oder schlicht sagst, du willst deine Internetseite neu gestalten – gemeint ist meistens dasselbe, nur selten im gleichen Ausmaß. Oft reicht eine gezielte Überarbeitung einzelner Bereiche. Es muss also oftmals nicht die komplette Website überarbeitet werden.
In diesem Artikel zeige ich dir sieben Anzeichen, an denen du erkennst, dass deine Homepage einen Relaunch braucht, und danach schauen wir, wie klein oder groß dieser Schritt tatsächlich sein kann.
7 Anzeichen, dass deine Website nicht mehr zu dir passt
Wenn du bei zwei oder drei Anzeichen davon nickst, lohnt sich der ehrliche Blick auf deine Homepage.
1. Im Gespräch erklärst du deine Arbeit besser als auf deiner Website
Du erzählst jemandem, was du machst, und dein Gegenüber ist sofort begeistert. Am Ende kommt der Satz: „Das steht aber nicht auf deiner Website, oder?“
Genau. Dort steht ein Text, den du vor Jahren geschrieben hast. Oder einer, der so allgemein bleibt, dass ihn auch deine Kollegin hätte schreiben können. Wenn deine Website deine Arbeit schlechter erklärt als du selbst, sagt sie nicht mehr das, was du sagen würdest.
2. Du hast dich weiterentwickelt, deine Website nicht
Neue Angebote, andere Preise, eine klarere Zielgruppe. Dein Business ist in den letzten Jahren gewachsen. Deine Website erzählt noch vom Stand von damals. Da steht ein Angebot, das du längst nicht mehr machst, und eine Zielgruppe, die du gar nicht mehr bedienen willst.
Zwischen dem, was du heute tust, und dem, was online steht, klafft eine Lücke. Deine Website muss neu ausgerichtet werden, damit sie wieder zu dir passt.
3. Deine Website zieht Anfragen an, die nicht mehr zu dir passen
Du bekommst Anfragen für Dinge, die du nicht mehr anbietest. Oder von Menschen, die vor allem auf den Preis schauen. Das liegt selten an den Menschen. Es liegt daran, dass deine Website etwas verspricht, was du so nicht mehr liefern willst.
4. Deine Website bringt kaum noch Anfragen
Deine Kunden kommen über Empfehlungen. Eigentlich gut. Aber selbst wer dich empfohlen bekommt, schaut vorher auf deine Website. Und wer über Google kommt, springt schnell wieder ab, wenn er nach wenigen Sekunden nicht versteht, worum es bei dir geht.
Eine Website, die nicht mehr für dich arbeitet, ist nur noch eine Visitenkarte, die niemand aufhebt.
5. Das Design fühlt sich veraltet oder fremd an
Du hast dieses Design einmal geliebt. Heute erkennst du dich darin nicht mehr wieder. Schlimmer noch: Deine Website ist dir peinlich. Kein Wunder, dass du zögerst, wenn jemand nach deinem Link fragt. Dein Umfeld merkt das. Deine Kunden beurteilen zwar kein Design. Aber sie spüren, wenn Auftritt und Person nicht zusammenpassen. Manche fragen sich dann, ob deine Arbeit genauso in die Jahre gekommen ist wie deine Website. Das ist ungerecht, aber es passiert.
6. Du schiebst Änderungen vor dir her, weil du nicht weißt, wo du anfangen sollst
„Website überarbeiten“ steht seit Monaten auf deiner To-do-Liste. Ein paar Texte anpassen? Ein neues Foto? Oder gleich alles? Weil du nicht weißt, was richtig ist, änderst du nichts. Das Thema bleibt trotzdem im Hinterkopf.
Das ist keine Faulheit, sondern Betriebsblindheit. Die eigene Website sieht man nach Jahren nicht mehr mit frischen Augen.
7. Du vergleichst dich mit anderen und fühlst dich neben deren Auftritt kleiner
Du siehst die Website einer Kollegin und denkst: Fachlich bin ich nicht schlechter. Aber ihr Auftritt wirkt souveräner als meiner.
Deine Expertise ist top. Dein Auftritt noch nicht. Solange das so ist, machst du dich online kleiner, als du bist.
Website Relaunch heißt nicht, alles neu zu machen
Bei „Relaunch“ denken die meisten an das volle Programm: neues Logo, neue Website, neue Texte, monatelange Arbeit. Kein Wunder, dass viele das Thema lieber vor sich herschieben.
Ein Relaunch der Website ist aber kein Schalter, der nur „alles“ oder „nichts“ kennt. Er ist ein Spektrum. Und wahrscheinlich brauchst du nur einen Teil davon.
Was bei einem Homepage Relaunch oft bleiben kann
Bevor du etwas wegwirfst, schau dir an, was davon noch gut ist:
- Deine Domain: Deine Adresse bleibt, und mit ihr alles, was schon auf dich verlinkt.
- Seiten, die noch funktionieren: Kontakt, Impressum, Datenschutz und oft auch Seiten, die du inhaltlich nur nachschärfen musst.
- Die Grundstruktur: Wenn Menü und Seitenaufbau logisch sind, gibt es keinen Grund, sie umzuwerfen.
- Gute Fotos: Wenn sie aktuell und hochwertig sind, dürfen sie bleiben.
- Kundenstimmen: Sie sind Gold wert und werden höchstens neu platziert.
Was sich meist lohnt zu überarbeiten
Hier liegt in der Regel das Problem, nicht in der Technik:
- Deine Positionierung: Für wen bist du da, was bietest du an, und was unterscheidet dich? Wenn das nicht mehr stimmt, hilft auch das schönste Design nicht.
- Deine Texte: Sie müssen wieder so klingen, wie du im Gespräch klingst.
- Deine Startseite: Sie ist dein Schaufenster. Wer nach wenigen Sekunden nicht versteht, worum es bei dir geht, ist weg.
- Dein Design: Es sollte zu dem passen, was du heute bist. Der Reihenfolge nach kommt es zuletzt: Erst klären, was du sagen willst, dann gestalten. So entsteht der rote Faden, der sich durch alles zieht.
Vom kleinen Update bis zum Neubau: Vier Wege, deine Website neu auszurichten
Welcher Weg passt, hängt davon ab, wie weit du und deine Website auseinanderliegen. Diese vier Wege sind dein Grundgerüst für ein Website-Relaunch-Konzept, das zu dir passt:
1. Das gezielte Update. Du überarbeitest die Startseite, die Angebotstexte und ein paar Fotos. Das reicht, wenn deine Positionierung noch stimmt und nur der Inhalt in die Jahre gekommen ist.
2. Das Redesign. Inhalte und Struktur bleiben, deinen Auftritt gestaltest du neu: Design, Farben, Schriften, Fotos, Layout. Das passt, wenn deine Botschaft stimmt, die Website aber veraltet oder fremd aussieht.
3. Neu ausrichten auf bestehender Struktur. Du schärfst deine Positionierung, schreibst Startseite und Kerntexte neu und frischst das Design auf. Die Struktur bleibt. Das passt, wenn sich dein Business verändert hat und die Website nicht mehr mitkommt.
4. Der Neubau. Markendesign, Website und Texte entstehen neu. Das ist der richtige Weg, wenn du dein Business auf ein neues Fundament stellst, zum Beispiel nach einer Auszeit, bei einer echten Neugründung oder wenn dein Unternehmen aus seinem bisherigen Auftritt herausgewachsen ist. Dann hilft kein Nachbessern.
Viele brauchen weniger als einen Neubau. Aber du solltest wissen, welcher Weg zu dir passt. Wie du das herausfindest, schauen wir uns als Nächstes an.
Relaunch oder Update? So findest du heraus, was deine Website braucht
Du kennst jetzt die vier Wege. Bleibt die Frage, welcher deiner ist. Drei Fragen bringen meist schnell Klarheit, ob ein kleines Update reicht oder ein Website Relaunch fällig ist. Beantworte sie ehrlich, nicht so, wie du es gern hättest.
Frage 1: Passt dein Angebot noch zu dem, was du heute machst?
Dabei geht es um Angebote, Zielgruppe und Preise.
- Ja, im Kern schon: Dann reichen ein Update oder ein Redesign.
- Teilweise, weil sich einiges verändert hat: Dann ist Neuausrichten der richtige Weg.
- Nein, du bist im Grunde ein anderes Business: Dann brauchst du einen Neubau.
Diese Frage entscheidet am meisten, weil sie das Fundament betrifft. Alles andere folgt daraus.
Frage 2: Sieht deine Website nach dir aus?
Hier geht es um Farben, Fotos und den Gesamteindruck.
- Ja, die Optik passt: Dann reicht ein Update der Inhalte.
- Nein, aber die Inhalte stimmen: Dann ist ein Redesign dein Weg.
- Nein, und die Inhalte stimmen auch nicht mehr: Dann schau dir „Neu ausrichten“ oder den Neubau an.
Frage 3: Funktioniert die Technik noch?
Achte auf diese Warnsignale: Die Seite lädt langsam, sie sieht auf dem Handy schlecht aus, es verrutscht etwas, sobald du selbst einen Text änderst, oder dein Baukasten stößt an seine Grenzen. Gerade das Handy ist hier entscheidend – die meisten deiner künftigen Kundinnen sehen deine Website zuerst auf dem Smartphone, nicht am Laptop.
Erkennst du dich darin wieder, lohnt es sich kaum, die alte Technik zu renovieren. Dann ist der Neubau deine Lösung, auch wenn Inhalt und Design noch halbwegs passen.
Und wenn du nach den drei Fragen weiterhin nicht weißt, was richtig ist? Dann bist du in guter Gesellschaft. Wer seine eigene Website jahrelang ansieht, sieht sie irgendwann nicht mehr. Bei den meisten liegt das nicht an fehlendem Wissen, sondern an Betriebsblindheit. Dann hilft ein Blick von außen.
Was du jetzt tun kannst: Lies deine Startseite wie eine neue Kundin
Du musst heute nichts entscheiden und nichts umbauen. Nimm dir zehn Minuten und schau dir deine Startseite an, so wie es jemand tut, der dich noch nicht kennt.
So gehst du vor:
- Öffne deine Startseite auf dem Handy. Dort sehen sie viele deiner künftigen Kunden zuerst. Und du siehst sie mit anderen Augen, als wenn du am Laptop sitzt.
- Lies nur, was du ohne Scrollen siehst. Was verstehst du nach ein paar Sekunden? Was bietest du an, für wen, und was passiert als Nächstes?
- Mache drei Notizen: Was stimmt noch, und würdest du es heute genauso sagen? Was stimmt nicht mehr? Und was fehlt, obwohl es heute zu dir gehört?
Mehr braucht es nicht. Wenn du auf deiner Liste bei „stimmt noch“ einen Haken machst, spricht vieles für ein Update oder ein Redesign. Wenn dein Haken eher bei „stimmt nicht mehr“ ist, dann geht es für dich eher darum, deine Website neu auszurichten oder einen Neubau mit allem Drum und Dran anzugehen.
Noch ehrlicher wird es mit einem zweiten Blick. Bitte jemanden, der nicht zu deinem engsten Kreis gehört, zum Beispiel eine Kundin oder einen Kunden, sich deine Startseite kurz anzusehen. Frag nur: „Was glaubst du, was ich anbiete?“ Wenn die Antwort nicht zu dem passt, was du anbieten willst, weißt du, wo du ansetzen musst. Das lässt sich nicht wegdiskutieren, auch nicht von der eigenen Betriebsblindheit.
Aus diesen drei Notizen und der Rückmeldung von außen wird ganz nebenbei deine eigene kleine Checkliste für den Relaunch – der erste konkrete Schritt, bevor überhaupt ein Design entsteht.
Häufige Fragen zum Website-Relaunch
Was ist ein Website-Relaunch eigentlich genau?
Ein Website-Relaunch bezeichnet die grundlegende Überarbeitung einer bestehenden Website – das kann von einzelnen Texten und Fotos bis zum kompletten Neuaufbau reichen. Der Begriff sagt also nichts über den Umfang aus, sondern nur, dass sich etwas Wesentliches verändert.
Muss ich für einen Relaunch alles neu schreiben?
Nein. Texte, die noch zu dir passen, bleiben. Meistens sind es die Startseite, die Angebotsseiten und die Über-mich-Seite, die überarbeitet werden müssen, weil sich dort dein Business am stärksten verändert hat. Wichtig ist nicht, wie viel du änderst, sondern dass die Texte wieder so klingen, wie du im Gespräch klingst.
Verliere ich beim Relaunch meine Google-Platzierungen?
Nicht zwangsläufig, aber es kann passieren, wenn man unvorsichtig ist. Das größte Risiko entsteht, wenn Seiten wegfallen oder ihre Adresse sich ändert, ohne dass darauf hingewiesen wird. Deshalb lohnt es sich, deine Domain und gut funktionierende Seiten zu behalten. Wo sich Adressen ändern, gehören Weiterleitungen dazu, wie Google sie in seiner Anleitung zu Websiteverschiebungen mit URL Änderungen empfiehlt. Nach einem Relaunch können die Platzierungen kurzfristig schwanken, das ist normal.
Wie lange dauert ein Website-Relaunch?
Das hängt vom Weg ab. Ein gezieltes Update ist oft in wenigen Tagen erledigt. Ein Redesign oder eine neue Ausrichtung braucht meist einige Wochen. Bei einem Neubau musst du mit mehreren Wochen bis Monaten rechnen, vor allem, wenn du deine Positionierung vorher klären musst. Die meiste Zeit kostet in der Regel nicht die Technik, sondern die Entscheidung, was du sagen willst.
Woran merke ich, ob ein Update reicht?
Wenn dein Angebot noch stimmt und nur einzelne Inhalte oder die Optik in die Jahre gekommen sind, reicht meist ein Update oder ein Redesign. Sobald sich dein Business, deine Zielgruppe oder deine Preise grundlegend verändert haben, reicht das nicht mehr. Die drei Fragen aus dem Abschnitt „Relaunch oder Update?“ helfen dir bei der Einordnung.
Du musst heute nichts entscheiden
Wenn du bis hierhin gelesen hast, weißt du jetzt zwei Dinge: Dein Zögern, wenn dich jemand nach dem Link zu deiner Website fragt, ist kein Zufall, sondern ein Signal. Und ein Website-Relaunch muss kein Großprojekt sein.
Fang klein an. Mach die Übung mit der Startseite, das dauert zehn Minuten. Schau, was noch stimmt und was nicht mehr, und lass es ein paar Tage wirken.
Stell dir vor: Jemand fragt dich nach deiner Website, und du schickst den Link, ohne zu zögern. Dahin ist es oftmals kürzer, als du denkst.
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